Artins Blindfacts – Folge 29: Die Punktschriftmaschine

Ein Gastbeitrag von Gina Heinecke

Heute soll es bei mir um Punktschriftmaschinen gehen.

Punktschriftmaschinen sind Schreibgeräte für Blinde und Sehbehinderte. Dabei werden die Kombinationen, die für die Buchstaben benötigt werden, gleichzeitig runtergedrückt. Das nennt man auch Akkordanschlag. Es wird unterschieden zwischen den herkömmlichen Bogenmaschinen, also die, die man für gewöhnliches Punktschrift-Schreibpapier nutzt, denn man braucht spezielles Schreibpapier. Wenn man sich dann eine Punktschriftmaschine kauft, muss man sich das Papier extra auch noch mal zulegen. Dann gibt es noch die Stenographiemaschinen, die mit Rollstreifen funktionieren.

Damals hat man auf einer Punktschrifttafel und mit Griffel geschrieben. Diese Geräte gibt es tatsächlich auch heute noch, so wie Notizblock und Stift auch nicht von der Schreibmaschine und vom Computer abgelöst wurden.

Die nächste Unterscheidung, die es noch gibt, ist zwischen mechanischen und elektronischen Punktschriftmaschinen. Die am meisten verbreitete mechanische Maschine ist heute die Perkins. Der Vorgänger davon, die Weiterentwicklung der ersten herkömmlichen Bogenmaschine ist die Maschine nach Oskar Picht.

Außerdem gibt es noch die sogenannte Elotype. Das ist die elektronische Punktschriftmaschine. Die funktioniert eigentlich genauso wie eine mechanische Schreibmaschine. Sie hat nur noch mehr Funktionen – z.B. einen automatischen Zeilenwechsel, wenn die Zeile voll ist. Sie hat auch das herkömmliche Piepen wie auch bei der mechanischen Punktschriftmaschine. Wenn die Zeile nur noch fünf Anschläge annehmen kann, dann piept das Gerät (da ist eine Glocke drin verbaut).

Bei der Elotype gibt es jedoch folgendes Problem: Sie wechselt automatisch, wenn die Zeile wirklich zu Ende ist. Der Nachteil hierbei ist jedoch, dass Trennstriche falsch gesetzt werden. Das heißt also, dass der Trennstrich quasi in der nächsten Zeile landet, obwohl man ihn doch eigentlich am Ende der letzten Zeile haben wollte. Ich persönlich habe dieses Problem in meiner blindentechnischen Grundausbildung, die ich derzeit absolviere, sehr oft erlebt.

Das aktuellste Modell der Elotype ist die Elotype 5 aus dem Jahr 2016. Aktuell ist kein weiteres Modell geplant, denn es scheint schon alle Funktionen in der Elotype 5 zu geben, die ursprünglich auch für die ganze Elotype-Serie geplant waren.

Dann hat sie auch noch das Feature, dass sie das Blatt automatisch erkennt. Man muss nicht wie bei einer herkömmlichen Maschine das Blatt an der Schiene anlegen und dann mit einem Rädchen hochdrehen, sondern man kann das bis auf die andere Seite einfach unten durchschieben, bis das Blatt am Schreibkopf zu fühlen ist. Leider muss man die Maschine oftmals neu starten, wenn man das Blatt reingelegt hat, denn sie erkennt das nicht immer sofort.

Wie viel kostet so ein viereinhalb Kilo schweres Ding eigentlich?

Laut dem Landeshilfsmittelzentrum Dresden zwischen 600 und 1600 Euro.

Muss ich das alles alleine bezahlen?

Nein, für Standardbogenmaschinen übernimmt die Krankenkasse auf Antrag die Kosten. Hierzu ist wie auch bei den Braillezeilen ein Attest vom Augenarzt notwendig. Wenn man dann das Attest hat, muss man das bei der Krankenkasse einreichen und kann dann nur hoffen, dass man seine Maschine bekommt. Die Elotype kann man auch als Punktschriftdrucker beantragen, denn sie kann drucken, wenn man sie per USB an einem Computer anschließt.

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